Digitale Disruption ist einer jener Begriffe, der mit der Digitalisierung aufgekommen ist und beschreibt, ganze Branchen und deren Mechanismen durch neue Innovationen von Grund auf zu verändern bzw. neu zu ordnen. Die einen Unternehmen nehmen aktiv an der Disruption teil und gestalten deren Umfeld, die andere verhalten sich passiv reaktiv und werden dadurch mitgestaltet. Dabei wird die digitale Disruption gerne als Folge des technologischen Fortschrittes gesehen, tatsächlich verstecken sich dahinter oft auch die veränderten oder gesteigerten Kundenbedürfnisse.

Reichen klassische Innovationen noch aus?

Bei einer klassischen Innovation werden Produkte und Dienstleistungen weiterentwickelt. Disruptive Innovationen zeichnen sich hingegen dadurch aus, dass der für etablierte Anbieter unerwartete, neue Markt zunächst nur ein kleines Volumen aufweist und daher uninteressant wirkt. Allerdings zeichnen sich diese Märkte durch ein rasantes Wachstum auf und verdrängen die vorhandene Produkte und Dienstleistungen teilweise bis komplett. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Digitalkamera, die nach und nach analoge Kameras fast vollständig verdrängt hat.

Aktueller und auch in der Presse häufiger zu finden sind Uber, AirBnB, Netflix oder Apple, welche die Taxiindustrie, die Hotelindustrie, Blockbuster oder die Musikindustrie radikal verändert haben. Dabei etablierten sich die Unternehmen zunächst bei einer kleinen Zielgruppe, welche anderweitig nicht bedient wurde und wuchs dann rasant an. Amazon wird häufig kritisiert, lokale Buchhandlungen bzw. mit dem weitergehenden Angebot auch den Einzelhandel zu verändern. Allerdings können diese Unternehmen eine Branche nicht verändern, wenn sie sich dabei nicht durch ihren Kundenservice und den Fokus auf denselben derart qualifizieren würden.

Neue Ansätze und Mut.

Alte Denkweisen vollbringen nur selten eine Disruption – hier werden neue Ideen, neue Lösungen und eine neue Sichtweise auf vorhandene Märkte gefordert. Spannend ist in diesem Zusammenhang bestimmt auch zu sehen, dass eine digitale Disruption nicht unbedingt ein Phänomen von „Silicon Valley Unternehmen“ oder Start Ups sein muss. In Deutschland investiert beispielsweise die Otto Group (welche Anfang 2017 zu einer Blogparade aufgerufen hat. Unseren Beitrag finden Sie hier) in junge Digitalunternehmen.  

Mit Blick auf den Kunden – und auf zukunftsträchtige Technologien.

Wichtiger denn je ist der Blick auf den Kunden und seine Bedürfnisse. Es wäre jedoch ein schwerwiegender Fehler zu glauben, dass die Bedürfnisse der Menschen eine Konstante sind. Denn mit dem sich rasch entwickelnden Umfeld und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten und Trends ändern sich ebenso rasch die Bedürfnisse der Menschen. So heißt es also stets am Markt und an den potenziellen Kunden dran zu bleiben. Ebenso wichtig ist der Blick auf die Möglichkeiten der Technologien, die sich in der heutigen Welt fast täglich ändern und erweitern. Auch hier muss man stets am Ball bleiben. Und ebenso wichtig ist es, die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen dieser stets in all seinen Überlegungen zu berücksichtigen.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die Streaming Plattformen wie YouTube oder Netflix. Wer das Internet - und dessen Geschwindigkeit - bereits in den 90ern erfahren hat, kann sich vorstellen, dass Streamingplattformen damals mit außerordentlich hohen Wartezeiten und technischem Aufwand verbunden gewesen wäre. Heute aber wird bereits darüber diskutiert, ob Streamingplattformen in Zukunft das Fernsehen ablösen werden. Oder zumindest die Regeln für das Fernsehen verändert. War hier nun die technische Entwicklung der Treiber oder das Bedürfnis der Menschen nach mehr Unabhängigkeit, Flexibilität und „on demand“? Oder haben sich diese gegenseitig verstärkt, weswegen die Entwicklung so rasant war.

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